Michaël Borremans

Lecture: July 13, 2010
Workshop: July 14, 2010

Der belgische Künstler Michaël Borremans (*1963) arbeitet mit den Medien Film, Malerei und Zeichnung. Auf subtile Weise stellt er die Grenze zwischen Realität und Fiktion in Frage – seine naturalistisch anmutenden Bildwelten verstören durch rätselhafte, teils surreale Elemente. Sie vermitteln eine gewisse Unheimlichkeit, Entschleunigung und Stille. Kunsthistoriker Sven Beckstette über den 35-mm-Film „The Feeding“: Drei dunkelhäutige Männer in weiß glänzenden Anzügen halten drei horizontale Flächen, großen Papierbögen gleich, über einem Podest in der Luft ohne sie mit den Händen zu berühren. Verschiedene Ansichten dieses rätselhaften Vorgangs werden ein- und wieder ausgeblendet. Hier ist alles in der Schwebe. Es gibt weder eine abgeschlossene Erzählung, noch ließe sich das Geschehen sinnvoll erklären. Dies gilt für die meisten Werke von Borremans. Zwar erscheinen sie in ihrer am Realismus geschulten Malweise oder ihrer vermeintlichen Abbildhaftigkeit im Film zunächst entschlüsselbar, doch werfen sie stets mehr Fragen auf, als sie Antworten parat hätten.

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